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Rigi – Besuch bei der Königin der Berge

Filed in Geocaching, Journal, Outdoor, Reiseberichte, Wandern by on 7. Dezember 2015 0 Comments • views: 1592
Die Rigibahn, mit der wir nach Kulm gefahren sind

Die Rigibahn, mit der wir nach Kulm gefahren sind

Dass ich so eifrig an meiner Kondition arbeite, hat nicht zuletzt damit zu tun, dass ich öfter solche wunderbaren Touren machen möchte, wie die auf der Rigi zu unserer Silberhochzeit.

DIE Rigi? Ja. Denn obwohl es ja DER Berg heißt, macht die Rigi eine Ausnahme. Auf der allerersten Karte der Schweiz, die 1479 gezeichnet wurde, wurde die Rigi als “mons regina” in den Mittelpunkt gestellt. Die Einheimischen sprechen schon lange von der Rigi in der weiblichen Form und nennen sie “die Königin der Berge”.

Und wahrhaft königlich präsentierte sie sich uns auch. Der Anblick, als wir von Arth / Goldau mit der blauen Rigi-Zahnradbahn nach Kulm fuhren, war einfach atemberaubend. Wo eigentlich der Blick hinunter zum Vierwaldstätter See (Lake Lucerne) gehen sollte, blickten wir auf ein Wolkenmeer.

Kurz nach der Ankunft in Kulm machte ein netter Mensch aus Shanghai dieses Foto. Was die Technik betrifft, konnte er mit meiner NIKON deutlich besser umgehen als ich:

Mein Schatz und ich silberhochzeitsreisend auf der Rigi.

Mein Schatz und ich silberhochzeitsreisend auf der Rigi.

By the way: Fräulein Draußen berichtet gerade über einen Online-Fotokurs, den sie gemacht hat. Vielleicht sollte ich das auch mal tun. Fotokurse hatte ich schon in den 80ern, aber meine NIKON D5000 ist mir manchmal noch ein Rätsel ;-)

Wieso gerade die Rigi?

Das ist eine längere Geschichte. 2013 war ein ereignisreichnes Jahr. Im März / April flog unsere sechsköpfige Familie für 16 Tage in die USA (New York, New Jersey, Baltimore, Philadelphia, Berlin (West) – das gibt es da auch! – Washington und zurück nach NYC. Wundervoll, unvergesslich (z.B. das Green Day Konzert in Philadelphia), luxuriös (Business Class Flüge und z.T. 5-Sterne-Hotels), great!

Danach folgte die Erdgeschosssanierung und nach der Schar der Handwerker, die unser Haus verunstalteten, schrieen meine Nerven nach einem Kurzurlaub. Mein Liebster arbeitete damals in der Schweiz, und so verbrachten wir einige wunderbare Tag in Ascona am Lago Maggiore und machten auch einen Abstecher zu den Filmfestspielen nach Locarno.

Erstmal Lago Maggiore und Heidi

Das war im August. Im September war Silberhochzeit angesagt und auf dem Weg von Ascona zurück nach Zürich begrub ich die Idee, als Silberhochzeitsreise in diesem Jahr ein zweites Mal nach New York zu fliegen. Ein bisschen irre – ich liebe diese Stadt und das wäre mein vierter Besuch gewesen. Aber erstens hatten wir uns um die Flüge etc noch nicht gekümmert und zweitens fuhren wir zu dem Zeitpunkt mitten durch die Heidi-Schweiz!

Anders kann ich das gar nicht beschreiben. Ich erwartete beim Anblick der saftigen Wiesen und steilen Felsen jeden Moment den Alm-Öhi und den Geißenpeter hinterm Felsen hervorlugen zu sehen. Die Schweiz ist überall wunderschön, aber auf dieser Strecke war es einfach atemberaubend. Vor allem das Stück um San Bernardino herum, das wir wählten, weil wir mal einen Abstecher nach Liechtenstein machen wollten, um da auch mal gewesen zu sein. Nunja – Vaduz ist nach Brest die zweithässlichste Stadt in der ich je gewesen bin. Kann man abhaken. Aber ich bin trotzdem froh, dass wir dort waren, sonst hätten wir diese wunderbare Strecke nicht gefunden.

Planänderung

Und als ich diese ganze Heidi-Alpenromantik sah, sagte ich: “Das mit New York wird jetzt eh zu knapp. Lass uns in der Schweiz wandern gehen!” Mein Schatten stieg aus mir heraus, sah mich verwirrt von der Seite an und fragte mich: Hast du einen Knall? New York gegen Wandern austauschen? WANDERN? DU?

Mein Schatten kennt mich ziemlich gut. Immerhin trägt dieses Blog ja nicht umsonst “unsportlich” im Titel. Wandern – und dann noch bergauf – ist normalerweise der Horror für mich, weil ich es körperlich eigentlich nicht hinbekomme. Ich MUSSTE schon diverse Bergwanderungen mitmachen, kam immer eine halbe Stunde nach allen anderen am Rastplatz an, und wenn ich dann ins Koma fallen wollte, sagten die anderen: “Prima, jetzt sind wir vollzählig! Dann können wir ja jetzt weitergehen!”  Kennt ihr? Die Hölle. Besonders schön, als ich anno 1982 über irgendwelche Geröllhalden zum Muottas Muragl [Wikipedia] hochklettern musste, anstatt die Zahnradbahn zu nehmen, aber das ist eine andere Geschichte.

Aber mein Schatzi kennt mich ja schon ein Weilchen. Und hat eine Schweizer Kollegin gefragt, ob sie eine Idee hätte. Sie empfahl die Rigi. Und Wandern light. So hieß unser Ziel also Hotel Rigi Kaltbad. Und damit ich nicht zu viel laufen musste (v.a. mit dem Gepäck), fuhren wir hoch bis Kulm, liefen von dort zum Hotel und wanderten von dort aus herum.

Außenteil des Pools und Sonnendeck des Hotels Rigi Kaltbad

Außenteil des Pools und Sonnendeck des Hotels Rigi Kaltbad

Ich hatte mein Garmin GPS dabei, und so verbanden wir das Wandern gleich mit dem Geocachen. Als wir unter einer Brücke suchten, trafen wir ein anderes Cacher-Pärchen und gingen ein Stück zusammen. Wir sammelten an diesem Tag mehrere Caches ein. “Silvias Letterbox” wurde mittlerweile archiviert (kann also nicht mehr gesucht werden), aber damals ging das noch und wir haben den Cache gefunden, inklusive Katze auf der Letterbox:

Letterbox-Geocache mit Schatz und Katz ;-)

Letterbox-Geocache mit Schatz und Katz ;-)

Und da wandern und cachen durstig macht, waren wir ein bisschen unterhopft. Praktischerweise gab es in Cache-Nähe etwas zu trinken:

Zwei Panaché und ein Cache auf 1.700 Meter Höhe

Zwei Panaché und ein Cache auf 1.700 Meter Höhe

Wer nicht weiß, was ein Panaché ist (manche sprechen es auch einfach nur “Panasch” aus, ohne E): so nennen die Schweizer Bier mit Limo, also Radler, Alsterwasser, Gespritztes, wie auch immer.

Danach wanderten wir bei schönstem Wetter weiter und zwischendurch boten sich immer wieder Ausblicke wie dieser:

rigi-nebel

gerahmter-rigi-ausblick

Wandern auf der Rigi, CH.

Wandern auf der Rigi, CH.

Die Schweiz ist einfach wunderschön!

Ich habe leider nicht so richtig rekonstruieren können, welcher Berg auf dem unteren Bild im Hintergrund zu sehen ist, aber vielleicht weiß es ja ein schlauer Blogleser?

Irgendwann ging es zurück ins Hotel, das einen wunderbaren SPA-Bereich hat. Mein persönliches Highlight war das Kristallbad. Ein relativ dunkler Raum mit einem flachen, warmen, beleuchteten Wasserbecken unter einer Glaskuppel. Ich habe bestimmt eine Stunde in dem Wasser auf dem Rücken herumgedümpelt und wahlweise den Lichtreflexen zugesehen oder mit geschlossenen Augen einfach nur die Seele baumeln – äh, schwimmen lassen. Gerne öfter ;-)

Das Silberhochzeitsabendessen war ebenfalls großartig und wenn ihr mal auf den Zeigefinger meiner rechten Hand schaut, da glitzern jetzt vier Brillis – für jedes Kind einer. Weil ich vier Rohdiamanten zur Welt gebracht habe, wie mein Liebster sagte <3

Silberhochzeit - Diamonds are a girls best friend ;-)

Silberhochzeit – Diamonds are a girls best friend ;-)

Irgendwann ist aber auch der schönste Aufenthalt zu Ende und so bestiegen wir die Seilbahn, die uns hinunter zum Vierwaldstätter See nach Weggis bringen sollte. Praktischerweise mussten wir nur vor dem Hotel in einen Fahrstuhl steigen:

Fahrstuhl zur Seilbahn

Fahrstuhl zur Seilbahn

Und endlich war das Wetter auch weiter unten schön, sodass sich uns ein wunderbarer Blick auf den Vierwaldstätter See und den Ort Weggis bot:

Blick von der Seilbahn auf den Vierwaldstätter See und Weggis

Blick von der Seilbahn auf den Vierwaldstätter See und Weggis

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In Weggis fielen wir garantiert auf, weil wir sehr “dezent” immer wieder an auf und unter Stegen auf die Knie gingen und herumfummelten – denn auch dort sollte ein Cache versteckt sein. Offenbar waren wir jedoch zu doof ihn zu finden und gaben auf, weil das Schiff kam, das uns nach Luzern zurückbringen sollte. Luzern ist übrigens ebenfalls einen Besuch wert und nicht nur wegen der Alten Brücke.

Wir haben die Zeit jedenfalls sehr genossen, und zum Abschied winkte uns die Rigi noch einmal zu ;-)

Weggis mit der Rigi im Hintergrund

Weggis mit der Rigi im Hintergrund

Meinereiner auf der Fähre über den Vierwaldstätter See zurück nach Luzern.

Meinereiner auf der Fähre über den Vierwaldstätter See zurück nach Luzern.

 Liebe Schweiz, wir kommen wieder! Ganz bestimmt!

Wie ist es mit euch? Habt ihr einen Lieblingsort in der Schweiz, wo ihr am liebsten immer wieder hinfahren würdet?

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Petra

About the Author ()

Petra A. Bauer, Autorin, Bloggerin, Rennschnecke. Sport- und Outdoor-Fashionvictim. Schreibt hier über ihre Bemühungen, Sport nicht mehr als Mord zu betrachten.

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