Subscribe via RSS Feed

Neulich auf dem Uetliberg

Filed in Allgemein, Journal, Reiseberichte by on 13. März 2015 1 Comment • views: 2284

uetliberg-bahnDa sich in Berlin der Winter 2014/15 auf zweimal je eine Woche beschränkte, haben wir am vorigen Wochende das letzte bisschen Schnee gesucht und sind auf dem Züricher Uetliberg fündig geworden.

Natürlich war das nicht der wahre Grund für unsere Fahrt nach Zürich. Hertha hat in Stuttgart gespielt und wir sind nach dem Spiel rasch noch für anderthalb Tage dorthin gefahren, wo mein Mann in den letzten vier Jahren gearbeitet hatte. Heimweh, wenn man so will.

Wenn man mich früher gefragt hätte, ob ich das Meer oder die Berge präferiere, hätte ich ohne zu zögern immer “Meer!” gesagt. Und meine liebste Jahreszeit war definitiv der Sommer. Nicht, dass ich einen Sommer am Meer nicht immer noch lieben würde, aber meine Einstellung zu den Bergen hat sich seit unserer Zeit in der Schweiz grundlegend geändert. Ich habe sogar nach 30 Jahren wieder mit dem Skifahren angefangen!

Seither begegne ich auch Herbst und Winter mit mehr Sympathie und erwische mich dabei, dass ich Schneemassen dann doch cool finde (so lange sie sich nicht auf Berliner Straßen befinden) und sogar herbstlichem Schmuddelwetter was abgewinnen kann.

Mit der S-Bahn auf den Berg

In den vier Jahren, in denen mein Liebster in Zürich arbeitete, habe ich es kein einziges Mal auf den Züricher Hausberg geschafft. Also haben wir das nachgeholt. Wir hatten nicht viel Zeit, weil wir nachmittags noch verabredet waren, also kam Auf-den-Berg-hinaufwandern nicht in Frage. Aber praktischerweise fährt die S 10 vom Hauptbahnhof direkt auf den Uetliberg hoch. Von der Endstation ist es noch ein kleines Stück bis zum Restaurant und zur Aussichtsplattform, also eher ein kleiner Spaziergang mit Aussicht, aber das war schon ok.

Direkt neben dem Bahnhof, geht der “Schlittelweg” nach Triemli ab. Die 3,1 km lange Rodelbahn war aufgrund der mickrigen Schneeverhältnisse natürlich gesperrt, aber es macht bestimmt Spaß, durch den Wald hinunterzurodeln. Beeindruckend auch hier wieder, wie fürsorglich die Schweizer sind und auf sehr gute Beschilderung achten.

Die Rodelbahn vom Uetliberg hinunter nach Triemli war gesperrt.

Die Rodelbahn vom Uetliberg hinunter nach Triemli war gesperrt.

Auch ein Hinweis auf den Standort einer Kleinkind-Schlittelbahn fehlt nicht.

Wenn ihr auf dem Planetenweg Uetliberg weitergeht (es gibt einen weiteren Planetenweg auf dem Lägern im Zürcher Unterland), trefft ihr auf einige Überbleibsel der Festung Uetliberg:

Rd. 1000 Jahre v. Chr. stand auf dem Uetliberg eine Festung. Die Überreste sieht man noch.

Rd. 1000 Jahre v. Chr. stand auf dem Uetliberg eine Festung. Die Überreste sieht man noch.

Und Kunst am Weg gibt es auch, im Form von Laternen in Hirschform:

Kunst am Berg: Leuchtende Hirsche des Künstlers Bruno Weber als Laternen am Uetliberg.

Kunst am Berg: Leuchtende Hirsche des Künstlers Bruno Weber als Laternen am Uetliberg.

Die Inschrift auf der Tafel:

Leuchtende Hirsche, 1991, Bruno Weber
Inspiriert zu seinen Hirschskulpturen wurde Bruno Weber von einem weissen Hirsch mit leuchtendem Geweih, der bereits in der Gründungslegende des Klosters Fraumünster in Zürich vorkommt. Er soll den beiden Schwestern Hildegard und Berta, Töchtern des ostfränkischen Königs Ludwig, erschienen sein und ihnen die Stelle bei der Limmat gezeigt haben, wo König Ludwig später die Fraumünster-Abtei stiftete.

Ich weiß nicht, wie es euch geht, aber ich finde es immer sehr erfrischend, wenn ich auf Ausflügen oder beim Laufen noch was lerne.

Apropos: Ihr könnt hier auch was lernen: Nämlich dass man den Uetliberg nicht “Ütliberg” ausspricht sondern “Ü-etliberg”. Man hört das Ü und das E einzeln, genau wie in Müsli, das in der Schweiz Müesli geschrieben wird, denn das Müsli ist ein Mäuschen ;-)

Restaurant oben auf dem Uetliberg.

Restaurant oben auf dem Uetliberg.

Aber wir wollten ja die Aussicht genießen und dazu geht ihr am besten auch noch auf den Aussichtsturm hinauf:

Der Aussichtsturm auf dem Uetliberg.

Der Aussichtsturm auf dem Uetliberg.

Es war zwar leicht diesig, aber wir konnten bis zu den schneebedeckten Alpen gucken:

Aussicht von Uetliberg auf die schneebedeckten Alpen.

Aussicht von Uetliberg auf die schneebedeckten Alpen.

Der majestätische Säntis konnte Dank der umlaufenden Infotafeln von mir auch identifiziert werden. Versteht ihr jetzt, weshalb das Meer bei mir echte Konkurrenz bekommen hat?

Aussicht vom Uetliberg auf den Säntis in der Ostschweiz.

Aussicht vom Uetliberg auf den Säntis in der Ostschweiz.

Es war auch allerbestes Gleischirmwetter:

Paraglider am Uetliberg über Zürich.

Paraglider am Uetliberg über Zürich.

Paraglider am Uetliberg.

Paraglider am Uetliberg.

Gleitschirmfliegen gehört übrigens NICHT zu den Sportarten, die ich unbedingt einmal machen möchte. Dazu ist der Angsthase in mir dann doch zu dominant. Aber ich schaue gerne zu.

Wir haben dann das Wetter noch auf der Aussichtsterrasse genossen und sind dabei mit einem Australier ins Gespräch gekommen, der für seine Firma häufiger in Zürich ist. Wir waren uns einig, was die Schönheit der Gegend (und des Wetters!) betrifft.

Aussichtsterrasse auf dem Uetliberg.

Aussichtsterrasse auf dem Uetliberg.

Wirklich ein schöner Ausflug, den ich empfehlen kann, wenn ihr bei wenig Zeit trotzdem einen Berg “besteigen” wollt.

Wart ihr schonmal zu Fuß auf dem Uetliberg?

 

 

Tags: , , ,

Petra

About the Author ()

Petra A. Bauer, Autorin, Bloggerin, Rennschnecke. Sport- und Outdoor-Fashionvictim. Schreibt hier über ihre Bemühungen, Sport nicht mehr als Mord zu betrachten.

Leave a Reply

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *