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Mini-Wanderung durchs Mühlenbecker Land

Filed in Allgemein, Journal, Outdoor, Reiseberichte, Spazieren, Wandern by on 23. März 2015 5 Comments • views: 4050
Wasserbüffel und Konikpferde bei den Schönerlinder Teichen. Foto: Petra A. Bauer 2015

Wasserbüffel und Konikpferde bei den Schönerlinder Teichen. Foto: Petra A. Bauer 2015

Ich hatte ja versprochen, etwas über unseren Sonntagsausflug ins Mühlenbecker Land zu berichten – and here we are!

Wir wohnen im Norden Berlins, es war Sonntag, ich mit Kind 4 alleine zu Hause, und mein Fitnesstracker befahl mir, mich zu bewegen. Da Kind 4 inzwischen auch einen Tracker besitzt, wehrte sie sich auch nicht wirklich, als ich ihr vorschlug, wir könnten ja spazieren gehen. Da es hier im Viertel aber strunzlangweilig ist, befragte ich Google. Mühlenbeck war der erste brandenburgische Ort, der mir so einfiel (Hennigsdorf haben wir nämlich auch schon durchkämmt – dazu könnte ich auch mal was schreiben). Auf der entsprechenden Seite gab es einen Hinweis mit Ausflugstipps:

Löwenzahnpfad um die Schönerlinder Teiche

Der Löwenzahnpfad um die Schönerlinder Teiche.

Der Löwenzahnpfad um die Schönerlinder Teiche.

Löwenzahnpfad klang schon nett, aber Wasserbüffel und Konikpferde klang noch viel besser. Also fuhren wir los. Über A111 und A 10 waren wir in 20 Minuten da. Wir parkten am S-Bahnhof Mühlenbeck-Mönchmühle und der Anfang des Löwenzahnwegs war schnell gefunden.

Auf der ersten Infotafel lernten wir dann erstmal, weshalb der Weg Löwenzahnpfad heißt. Der Naturpark Barnim legte diesen Erlebnispfad nämlich 2009 u.a. mit der ZDF-Sendung Löwenzahn an. Ihr wisst schon, Peter Lustig und so (obwohl der m.W. inzwischen abgelöst wurde).

Rieselfelder

Das ganze Gebiet befindet sich auf ehemaligen Rieselfeldern. Auch dazu gibt es eine Info, die ich euch gerne weiterreiche:

Die Berliner Kanalisation gibt es seit 1873. Die Abwässer wurden  – statt sie einfach in die Spree zu leiten – nach Empfehlung des Arztes Rudolf Virchow und einem Plan des Stadtbaurates James Hobrecht außerhalb der Stadt auf Sandflächen “verrieselt”. Das schmutzige Wasser rann dabei durch Sand- und Kiesflächen sehr langsam in den Boden, wo es u.a. von Bakterien biologisch gereinigt wurde. Moderne Pflanzenkläranlagen wirken ähnlich. Die genutzten Flächen nannte man damals Rieselfelder. Zur Nachreinigung und Regulierung der Wasserfläche legte man Teiche an, so auch 1908 die Schönerlinder Teiche. (…) Da jedoch immer mehr Chemikalien ins Wasser gelangten, wurde 1985 im Norden Berlins die Verrieselung nach Inbetriebnahme des Klärwerks Schönerlinde eingestellt.

Infotafel: Die Schönerlinder Teiche. Foto: Petra A. Bauer 2015

Infotafel: Die Schönerlinder Teiche. Foto: Petra A. Bauer 2015

Matschepampe

Nun wäre ich ja nicht ich, wenn ich beim Spazierengehen / Wandern (mit rd. 6 km kann man das durchaus als Mini-Wanderung ansehen und wir hatten auch eher Wandertempo drauf) nicht in den Matsch fallen würde. Als Kind ist mir das nie passiert, aber ich bin heute auch viel entdeckungsfreudiger als damals. Das erste Mal geschah es auf dem Appenzeller Barfußwanderweg, als ich unbedingt die Untiefen eines vermeintlichen Bachlaufs austesten wollte.

Am Sonntag war es ein malerischer Hochsitz, der unbedingt von mir erklommen werden wollte:

Hochsitz am Löwenzahnpfad. Foto: Petra A. Bauer 2015.

Hochsitz am Löwenzahnpfad. Foto: Petra A. Bauer 2015.

Der Hochsitz an sich war nicht das Problem. Aber seht ihr die Böschung davor? Die war viel höher und steiler als auf dem Foto. Und mucho rutschiger.

Kind 4 kam prima hinauf. Sie fand die richtigen Pflanzen zumFesthalten, aber sie wiegt ja auch nix im Gegensatz zu mir. Ich rutschte im Matsch ab und platschte auf den Bauch. Zweimal. Meine Kamera musste ich mit Zahnstochern vom Schlamm befreien und alle Klamotten, incl. der Turnschuhe, wanderten als erstes in die Waschmaschine, als wir wieder zu Hause waren. Und es war wieder die Sternchenhose – mein Lieblingsbeinkleid.

 

Matschhose auf Hochsitz. Foto. Petra A. Bauer 2015.

Matschhose auf Hochsitz. Foto. Petra A. Bauer 2015.

Ich habe erst zu Hause gemerkt, dass ich mir bei der Aktion richtig weh getan habe: Schwellung am Ellenbogen und ein fettes Hämatom plus Abschürfungen am Oberschenkel. Dabei hab ich echt nix gemerkt!

Beim dritten Anlauf hat es dann mit der Böschung und dem Hochsitz geklappt und wir hatten eine wunderbare Sicht über die Landschaft und Pferde und Büffel, die dort aus Gründen der Landschaftspflege weiden.

Wasserbüffel und Konikpferde bei den Schönerlinder Teichen. Foto: Petra A. Bauer 2015

Wasserbüffel und Konikpferde bei den Schönerlinder Teichen. Foto: Petra A. Bauer 2015

Konikpferde sind übrigens eine urtümliche kräftige Ponyrasse aus Osteuropa, die äußerlich den Wildpferden ähnelt.

Konikpferde und Wasserbüffel. Foto: Petra A. Bauer 2015.

Konikpferde und Wasserbüffel. Foto: Petra A. Bauer 2015.

Und offenbar sind sie sehr kuschelbedürftig:

Konikpferdfohlen trinkt bei der Mutter. Foto: Petra A. Bauer 2015.

Konikpferdfohlen trinkt bei der Mutter. Foto: Petra A. Bauer 2015.

Kuschelpferde ;-) Foto: Petra A. Bauer 2015.

Kuschelpferde ;-) Foto: Petra A. Bauer 2015.

Dieser Laubengang mit anschließender Treppe ist im Sommer sicher richtig toll.

Laubengang am Löwenzahnpfad. Foto: Petra A. Bauer 2015.

Laubengang am Löwenzahnpfad. Foto: Petra A. Bauer 2015.

An dieser rustikalen Brücke neigte sich der Löwenzahnpfad dann auch langsam dem Ende zu. Keine Ahnung, weshalb es hier zum Stau kam, denn wir haben ansonsten auf dem gesamten Weg kaum eine Menschenseele getroffen.

Brücke am Löwenzahnpfad. Foto: Petra A. Bauer 2015.

Brücke am Löwenzahnpfad. Foto: Petra A. Bauer 2015.

Welches Ausflugsziel in der Nähe von Berlin habt ihr am liebsten? Ich freue mich über Tipps in den Kommentaren! Auch wenn sie nicht Berlin und Umland betreffen :-)

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Petra

About the Author ()

Petra A. Bauer, Autorin, Bloggerin, Rennschnecke. Sport- und Outdoor-Fashionvictim. Schreibt hier über ihre Bemühungen, Sport nicht mehr als Mord zu betrachten.

Comments (5)

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  1. Katrin sagt:

    Wir waren letzten Sommer am Stechlin, also im Strittmatter-Land. Heeeeerrlich weite Flächen, Wiesen und Wälder. Ideal zum Wandern und Radeln. Man kann unendlich weit gucken und fährt auf der Radtour durch stille Dörfchen, in denen die Zeit stehengeblieben zu sein scheint. Kann ich sehr empfehlen!!
    ;o
    )

  2. Petra Petra sagt:

    Liebe Katrin,
    danke für diesen Tipp! Wenn wir beim nächsten Mal etwas mehr Zeit haben, können wir ein Stück ewiter fahren und schauen uns dort gerne mal um. Was mich auch noch reizen würde, ist die Gegend um das Kloster Chorin. Da war ich auch noch nie.
    LG
    Petra

  3. Dietmar sagt:

    Hallo Petra,

    wir haben erst mal vor, nachdem wir vor ein paar Tagen auf die Schönerlinder Teiche gestoßen sind sie morgen zu besuchen um einen schönen Film davon zu produzieren.
    Ansonsten kann man den Spanndauer Forst empfehlen, den wir letztes Jahr entdeckt haben und ich schon davon einige Filme auf meinem Youtube-Kanal ( Slowico ) hochgeladen habe.
    Auch die Karower Teiche sind nicht weit und lohnen sich und natürlich gibt es davon den einen oder anderen Film auf meinem Kanal. Das sollte erst mal reichen. Viel Spaß an den neuen Zielen und an meinem Kanal und glaube mir es lohnt sich. VG Dietmar

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