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Hamburg-Eilbek – ein Spaziergang

Filed in Allgemein, Journal, Reiseberichte, Spazieren by on 22. März 2015 0 Comments • views: 1978
Alster-Laufstrecke

Alster-Laufstrecke in Hamburg

Der Liebste arbeitet ja nun nicht mehr in Zürich sondern in Hamburgnähe und bewohnt derzeit eine Übergangswohnung in Hamburg-Eilbek. Da wir selbstverständlich am Freitag in der Imtech-Arena unsere Hertha angefeuert haben (hat geholfen – wir haben 1:0 gegen den HSV gewonnen), bot sich eine Übernachtung bei ihm natürlich an. Am nächsten Tag haben wir uns in der Gegend mal umgesehen und sind am Eilbeker Kanal entlangspaziert.

Spazieren als Sport für Unsportliche

Also, spaziert, hm. Ich war mit dem Liebsten und Kind 3 unterwegs. Wer die Jungs kennt, weiß, dass ich mit hängender Zunge hinterhergehechelt bin. Es ging mir offenbar auch nicht gut, denn ich bekam sehr schlecht Luft, bin aber trotzdem tapfer hinterhergedackelt. Über 13.000 Schritte. Ist ja auch eine Art von Training für Unsportliche. Hauptsache Bewegung. Ich habe mir vorgenommen, brav auf mein Garmin Vivosmart zu hören, das mir täglich eine bestimmte Schrittzahl vorgibt, abhängig von der Bewegungsintensität der Vortage. Es ist für mich gar nicht so einfach, da dranzubleiben. Das zeigt mir, dass ich mich durch meine schreibende Tätigkeit wirklich immer fast gar nicht bewegt habe. Kein Wunder, wenn ich dann zunehme und mich beim Spazierengehen fühle, wie ein Fisch auf dem Trockenen.

Das Auenviertel

Wir begannen unseren Mini-Ausflug im Auenviertel. Sehr eigenwillige Bebauung mit sehr hübschen Stadtvillen zwischen hässlichen Kästen. Eine Infotafel verriet warum: Hier wurde im Zweiten Weltkrieg fast alles zerbombt. Die Wissbegierigen fahren mit der Maus über das Foto: lesen ganz unten im Beitrag weiter: Dort habe ich als Service für euch den Text der Infotafel hinterlegt, nachdem das mit dem Bild-Alternativtext nicht funktioniert hat ^^. Ich kann mein Stadtplanungs-Diplom irgendwie doch nicht ganz vergessen ;-)

Hamburg-Eilbek. Das Auenviertel. Der Text auf der Tafel lautet: Das Gebiet zwischen wartenau und Richardstraße - wo das Hospital Zum Heiligen Geist seine neue Heimat gefunden hatte - wurde ab 1874 verkauftund zur Erschließung freigegeben. Ausgehend von der als erstes fertig gestellten Wartenau wurden Stichstraßen in Richtung Osten angelegt. Eilenau, Blumenau und Hagenau. Der Hintergrund der Benennung war die Tatsache, dass das Gelände nördlich des Eilbekkanals in diesem Bereich viele Jahrhunderte lang sumpfig und von vielen kleinen Wasserläufen (Auen) durchzogen war. Hier bauten reiche Bürger repräsentative Villen, die fast alle ein Opfer der Bomben wurden. Nördlich des Eilbekkanals in Richtung Mundsburg kann man sich aber auch heute noch ein Bild von dieser von Schumacher beeinflussten Backsteinarchitektur machen. Das Eilbeker Auenviertel ist ein Beispiel dafür, wie sich der Stadtteil durch die verhängnisvollen Tage und Nächteim Juli 1943 verändert hat. Jetzt prägen schlichte Wohnblocks die Straßen. Die Unterbringung von möglichst vielen Menschen auf möglichst wenig Grundstücksfläche wurde zum erklärten, und durch die verhältnisse auch erzwungenen, Ziel. Bedeutende Persönlichkeiten hatten ihren Wohnsitz im Auenviertel, wie der 1. Bürgermeister Dr. Herbert Weichmann, Senator Helmuth Kern, der Druckereibesitzer und Mäzen H.O. Persiehl und der Knabenhort-Gründer Theodor Tilemann.

Hamburg-Eilbek. Das Auenviertel. Foto: Petra A. Bauer 2015.

Der Eilbeker Kanal

Natürlich wollten wir am Kanal entlanglaufen. Das ist auch eine beliebte Strecke für Jogger und Radfahrer. Wir begannen an der Richardstraßenbrücke und bewunderten die Hausboote dort.

Hambuerg-Eilbek - Hausboote. Foto: Petra A. Bauer 2015

Hambuerg-Eilbek – Hausboote. Foto: Petra A. Bauer 2015

Eines der Hausboote kann man sich hier auch von innen anschauen.

Und die Jungs immer vorneweg …

Eilbekkanal. Und die Jungs immer vorneweg ... Foto: Petra A. Bauer 2015.

Eilbekkanal. Und die Jungs immer vorneweg … Foto: Petra A. Bauer 2015.

Jetzt kann man die Bebauung entlang des Kanals noch gut erkennen. Im Sommer ist es hier bestimmt noch schöner mit all dem Grün.

Die Kirche unten heißt St. Gertrud, wenn ich mich richtig erinnere. Ich mag ja diese Backsteingotik.

Eilbek,. St. Getrud (glaube ich). Foto: Petra A. Bauer 2015.

Eilbek,. St. Getrud (glaube ich). Foto: Petra A. Bauer 2015.

Der Eilbeker Kanal (auch: Eilbekkanal) geht irgendwann in den Kuhmühlenteich über. Ursprünglich war der Eilbek ein Bach, der beim Dorf Siek entspringt und ursprünglich Mühlen-Bek hieß (und lustig, einen Tag später, nämlich heute, am Sonntag, waren wir im Brandenburgischen Mühlenbeck wandern. Ob das wohl den gleichen sprachlichen Ursprung hat? Bek = Beck = Bach?). Bis zu acht Mühlen hat der Bach betrieben, und die Kuhmühle war wohl die bekannteste davon.

Der Kuhmühlenteich wird seinerseits zum Mundsburger Kanal, der in die Außenalster mündet. Und dort, am Schwanenwik bzw. an der Schwanenwikbrücke führt die besagte Alster-Laufstrecke entlang. Es wurde auch bei dem etwas grauen Wetter eifrig gejoggt und gedehnt:

Dehnübungen an der Schwanenwikbrücke. Foto: Petra A. Bauer 2015.

Dehnübungen an der Schwanenwikbrücke. Foto: Petra A. Bauer 2015.

Wie auch schon auf dem Foto oben zu erkennen, ist die Schwanenwikbrücke offenbar DER Platz in Hamburg für die Liebesschlösser:

Liebesschlösser an der Schwanenwikbrücke in Hamburg. Foto: Petra A. Bauer 2015.

Liebesschlösser an der Schwanenwikbrücke in Hamburg. Foto: Petra A. Bauer 2015.

UNSER Liebesschloss hängt übrigens an der Pont des Arts in Paris <3 Und offensichtlich befindet sich ein Teil der Schwanenwikschlösser inzwischen im Museum.

An dieser Stelle haben wir uns auf den Rückweg gemacht, da Kind 3 noch einen Termin in Berlin hatte. Auf jeden Fall macht es mir viel Spaß joggend oder spazierend neue Gegenden zu erkunden. Ich lerne dabei immer etwas und ich freue mich, wenn ihr hier ein bisschen mitlernen wollt.

Hier noch der Infotafel-Text:

Hamburg-Eilbek. Das Auenviertel. Der Text auf der Tafel lautet: Das Gebiet zwischen wartenau und Richardstraße – wo das Hospital Zum Heiligen Geist seine neue Heimat gefunden hatte – wurde ab 1874 verkauftund zur Erschließung freigegeben. Ausgehend von der als erstes fertig gestellten Wartenau wurden Stichstraßen in Richtung Osten angelegt. Eilenau, Blumenau und Hagenau. Der Hintergrund der Benennung war die Tatsache, dass das Gelände nördlich des Eilbekkanals in diesem Bereich viele Jahrhunderte lang sumpfig und von vielen kleinen Wasserläufen (Auen) durchzogen war. Hier bauten reiche Bürger repräsentative Villen, die fast alle ein Opfer der Bomben wurden. Nördlich des Eilbekkanals in Richtung Mundsburg kann man sich aber auch heute noch ein Bild von dieser von Schumacher beeinflussten Backsteinarchitektur machen. Das Eilbeker Auenviertel ist ein Beispiel dafür, wie sich der Stadtteil durch die verhängnisvollen Tage und Nächteim Juli 1943 verändert hat. Jetzt prägen schlichte Wohnblocks die Straßen. Die Unterbringung von möglichst vielen Menschen auf möglichst wenig Grundstücksfläche wurde zum erklärten, und durch die verhältnisse auch erzwungenen, Ziel. Bedeutende Persönlichkeiten hatten ihren Wohnsitz im Auenviertel, wie der 1. Bürgermeister Dr. Herbert Weichmann, Senator Helmuth Kern, der Druckereibesitzer und Mäzen H.O. Persiehl und der Knabenhort-Gründer Theodor Tilemann.

Heute, waren wir, wie gesagt, im Mühlenbecker Land und davon wird im nächsten Posting die Rede sein.

Habt ihr eure Standard-Spazierstrecken oder sucht ihr auch gerne völlig neue Gegenden aus?

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Petra

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Petra A. Bauer, Autorin, Bloggerin, Rennschnecke. Sport- und Outdoor-Fashionvictim. Schreibt hier über ihre Bemühungen, Sport nicht mehr als Mord zu betrachten.

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