Subscribe via RSS Feed

10 Gründe, weshalb ich (angeblich) nicht Laufen gehen kann

Filed in Allgemein, Laufen, Sport by on 31. März 2015 2 Comments • views: 2506
10 Anti-Lauf-Gründe

10 Anti-Lauf-Gründe

Es gibt viele Gründe, die mich daran hindern Dinge zu tun. Vor allem Dinge, die es erfordern, dass ich meinen Allerwertesten hebe. Wie das eben so ist, bei Gewohnheiten, die ich neu etablieren möchte. Und das gilt nicht nur für mich, das ist grundsätzlich so, denn das menschliche Hirn ist saufaul. Am liebsten nutzt es Verbindungen, die es quasi im Schlaf kennt.

Das Hirn hat es gerne leicht

Morgens Kaffee kochen? Das kann ich mit geschlossenen Augen und immerhin bekommen Hirn und Körper anschließend lecker coffeinig-schokoladige Belohnung (ich mache immer Café Mocha, das ist Latte Macchiato mit Kakao). Bestimmte Lieder auf dem Klavier funktionieren auch sehr gut, einfach, weil ich sie sehr oft geübt und damit breite Trampelpfade im Hirn angelegt habe, wo alles easy von Synapse zu Synapse hopst, ohne dass es einer Anstrengung meinerseits bedarf.

Bis eine neue Angewohnheit etabliert ist – z.B. täglich Vokabeln einer neuen Sprache lernen, dreimal pro Woche Laufen gehen – sollen nach Expertenberichten rund drei Monate vergehen. Ich glaube ja, es dauert noch länger. Aber wenn uns etwas so in Fleisch und Blut übergehen soll, dass es so selbstverständlich wird, wie uns  anzuziehen, bevor wir das Haus verlassen, sollte es also mindestens ein Vierteljahr lang regelmäßig durchgeführt werden. Besonders hilfreich ist es, wenn wir uns dafür eine feste Zeit reservieren. Das erleichtert das Anlegen der Hirn-Trampelpfade.

Denn wenn wir immer wieder (vermeintliche) Hindernisse aus dem Weg räumen müssen, wird sich das Gehirn nie an Regelmäßigkeit gewöhnen und immer wieder Ausreden erfinden. Was das Laufen angeht, habe ich selbstverständlich auch jede Menge Ausreden, die je nach Lage der Dinge zum Einsatz kommen.

Hier meine Top 10 der Gründe, weshalb ich angeblich nicht Laufen gehen kann:

1. Ich habe keine Zeit

Ich denke oft, wenn ich jetzt Laufen gehe, bin ich zwischen einer und zwei Stunden beschäftigt und dann komme ich nicht mehr in die Arbeit rein. Das stimmt leider oft auch, weil ich nicht so schnell zwischen körperlicher und geistiger Beschäftigung switchen kann. Viel blöder ist es jedoch, wenn ich den halben Tag abgelenkt bin, weil ich immer denke “Eigentlich wollte ich in den Wald. Eigentlich müsste ich mich wirklich bewegen.” Dann kann ich mich auch nicht richtig auf die Arbeit konzentrieren. Ein fester Termin (täglich oder zumindest dreimal wöchentlich) wäre wirklich hilfreich.

Und Zeit hat man nie. Die muss man sich nehmen.

2. Es ist zu früh

Morgens brauche ich im allgemeinen ziemlich lange um überhaupt auf Betriebstemperatur zu kommen. Manchmal weiß ich nicht mal genau, wie ich eigentlich die beiden Stockwerke hinunter in die Küche gekommen bin. Dann loszulaufen halte ich für keine gute Idee. Ist es bestimmt auch nicht, also muss ein Termin in den Kalender, der meine seltsamen Wachzeiten berücksichtigt. Vor allem auch in den Ferien, wenn ich nicht mal Kinder wecken muss, also mich voll meinem natürlichen Biorhythmus hingeben kann.

3. Es ist zu spät

Es ist schon dunkel und ich könnte mir die Haxen brechen.
Total blöde Ausrede. Schließlich gibt es Stirnlampen und reflektierende Wolle, aus der ich mir extra einen Loop gestrickt habe, damit man mich ggf. im Dunkeln sehen kann. Vielleicht sollte ich Wigald Bonings Bekenntnisse eines Nachtsportlers doch noch zum dritten Mal lesen.

4. Mein Mann ist zu Hause / Unsere Kinder sind zu Hause

Ich habe es gerne gemütlich. Das ist eh ein Grundübel, wenn es um sportliche Betätigung geht. Und wenn die Familie zu Hause ist – v.a. die Familienmitglieder, die nicht mehr so häufig da sind – dann trinke ich mit denen lieber Käffchen, als mich egoistisch dem Sport im Wald zu widmen.
Abhilfe: Familie mitnehmen. Hin und wieder mache ich das auch, sowohl beim Joggen, als auch beim Wandern. Zweite Möglichkeit: Lauftermine in den Google-Kalender eintragen und für alle Familienmitglieder freigeben. Dann wissen alle darüber Bescheid, wann Mama durch den Wald schleicht. Und sind entweder nicht da oder zwingen mich, trotzdem zu laufen.

5. Der Schweinehund sitzt bräsig vor der Tür und lässt mich nicht raus

Der sitzt eigentlich immer da. Da hilft nur knallharte Dressur. Regelmäßigkeit. Termine mit mir selbst.

6. Es regnet

Ja, das ist unangenehm, ist aber auch kein echter Grund, nicht die Laufschuhe zu schnüren. Wenn es nicht gerade dicke Katzen und fette Hunde regnet, hilft Funktionskleidung dabei, beim Laufen nicht aufzuweichen. Alternativ könnte ich bei Starkregen die reservierte Laufzeit einfach im Fitnesstudio verbringen. Um dauerhaft an Gewicht zu verlieren, ist Krafttraining ohnehin wichtig. Denn damit die Muskeln auch auf dem Sofa eifrig Fett verbrennen, müssen sie trainiert werden. Ansonsten hilft Joggen allein auf lange Sicht nicht mehr wirklich beim Abnehmen. Patrick von HealthyHabits hat mal genauer erklärt, warum Joggen sich nicht zum Abnehmen eignet.

7. Es stürmt

Während ich diese Zeilen schreibe, rast gerade das Sturmtief Niklas mit Sturmböen bis Windstärke 12 (das sind 120 km/h) über Berlin. Zwei meiner Kinder waren gestern gezwungen durch den Wald zu gehen, als der Sturm noch nicht ganz so schlimm war. Beiden ist ein dicker Ast vor die Füße gefallen. Diese Ausrede lasse ich gelten. Bei Sturm im Wald laufen ist lebensgefährlich; außerdem kommt man nicht gut voran (oder zu schnell, je nach Windrichtung).

8. Die Sonne scheint

Achso, zu heiß? Im Wald nicht. Da ist es im Sommer auch meist kühl genug. Und ich muss ja an heißen Tagen keine superlangen Läufe machen.

9. Eine Erkältung bahnt sich an

Morgens schon fix und fertig, Kratzen im Hals, dicke Nase. Kurzum, der Zustand, in dem die meisten Männer schon ihr Testament machen würden. Kommt gelegentlich vor und zu starke körperliche Anstrengung ist u.U. keine gute Idee, weil das auch aufs Herz gehen kann, v.a. wenn Fieber dazu kommt. Aber so oft bin ich ja auch nicht krank. also Beobachten, Fieber messen und wenn es mittags doch nicht so schlimm ist, wie morgens gedacht (morgens ist es immer schlimmer, siehe Punkt 2), vielleicht wenigstens ne kleine Runde machen. Aber euch rate ich: Bleibt bei Krankheit lieber zu Hause oder geht zum Arzt. Ich will ja nicht, dass jemand umkippt.

10. Mir ist kurzfristig etwas dazwischen gekommen

Das stimmt eigentlich nie. Da ich es immer noch nicht hinbekommen habe, mir meine Lauftermine tatsächlich als festen Termin in den Kalender einzutragen, kann ich IMMER behaupten, mir sei etwas dazwischen gekommen. Wenn aber ein Termin fest ist, kann ich zu dieser Zeit keine anderen Termine annehmen. Und Notfälle sind so häufig dann auch wieder nicht. Abhilfe schafft also ein Trainingskalender.

 

Und was sind eure liebsten “Eigentlich kann ich heute nicht trainieren”-Ausreden? Oder habt ihr diese Angewohnheit schon so fest im Hirn verankert, dass Ausreden keine Chance haben?

Tags: ,

Petra

About the Author ()

Petra A. Bauer, Autorin, Bloggerin, Rennschnecke. Sport- und Outdoor-Fashionvictim. Schreibt hier über ihre Bemühungen, Sport nicht mehr als Mord zu betrachten.

Leave a Reply

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *